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Funworld geht mit Poker und Wetten weg vom "Gute-Spiele-Image"
Der umtriebige Geschäftsmann Niederhauser war 2007 mit knapp 40 Prozent bei Funworld in Schörfling am Attersee eingestiegen, ein Jahr später verkaufte er seinen Anteil wieder - mit Verlust, wie er sagt. Gestern kaufte er die insolvente Gesellschaft um 2,2 Millionen Euro vom Masseverwalter. Bezüglich einer zweiten, kleineren Spiele-Firma laufen Kaufverhandlungen. OÖN: Funworld/Photoplay stand lange Zeit für den Begriff "good gaming", also pädagogisch wertvolle Computerspiele ohne Gewalt. War das der Grund für den finanziellen Niedergang? NIEDERHAUSER: Good Gaming läuft nur gut, wenn Bad Gaming verboten ist. Das istes aber nicht mehr so wie früher. Ein Spielautomat, der nur Good Gaming kann, bringt im Monat 400 Euro, einer mit Wetten und Ähnlichem rund 1200 Euro. Aber die Margen sind bei Good Gaming nach wie vor hoch. Der eigentliche Grund, warum Funworld nicht mehr funktioniert hat, ist, weil sie über ihre Verhältnisse gelebt haben. OÖN: Wie meinen Sie das? NIEDERHAUSER: Schauen Sie sich doch nur das Gebäude (neben der Westautobahn in Lenzing, Anm.) an. Das gebührt einer Deutschen Bank, aber nicht einem Gaming-Laden mit zuletzt 15 Millionen Euro Jahresumsatz. Man hat nicht rechtzeitig die Kostenbremse gezogen. OÖN: Sie waren damals im Aufsichtsrat. NIEDERHAUSER: Als Minderheitsaktionär habe ich mich mit meinen Forderungen nicht durchgesetzt. Messeauftritte um 250.000 Euro mit 40 Mitarbeitern waren einfach übertrieben. Ich hatte sogar versucht, Risikokapital aufzutreiben. Doch man hat etwa Herrn Kovac (Mirko, Industrieller, Anm.) die Tür gewiesen. OÖN: Was haben Sie mit Funworld vor? NIEDERHAUSER: Wir werden die Synergien der Technologie von Quanmax und von Funworld nutzen und bewusst in das Bad Gaming, also Spiele um Geld, einsteigen. Quanmax bringt hier Sicherheitstechnologie und Cloud Computing ein. Da kann z. B. in einer Minute auf den (ans Internet angebundenen) Spieleautomat neue Spiele aufsetzen. Wir wollen kein neuer Wettanbieter werden, sondern diesen Unternehmen die Technologie liefern, zum Beispiel die Abrechnungssoftware. Die Automatenfertigung verlagern wir nach Linz. OÖN: Was passiert mit den Tochterfirmen in Wiesbaden und Mailand? NIEDERHAUSER: Das defizitäre Wiesbaden übernimmt Quanmax nicht, das profitable Mailand schon. OÖN: Es gab da ein Projekt mit Fronius. Wird das weitergeführt? NIEDERHAUSER: Ja, das passt hervorragend in unsere Strategie. Hier machen wir Terminals mit guter grafischer Oberfläche für die Bedienung von Schweißgeräten, die an die Computerserver angebunden sind. Wir wollen mit unserer Technologie in die Industrie. ÖO Nachrichten, 15.09.2010 |
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