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  18.05.12 12:06


"80 Millionen Euro sind der verrottete Teil des Apfels"

"80 Millionen Euro sind der verrottete Teil des Apfels"

S&T habe sich mit der Übernahme der Schweizer IMG übernommen, sagt Hannes Niederhauser. Der Quanmax-Präsident will das Wiener IT-Unternehmen in die Gewinnzone zurückbringen.

Der im Prime Standard der Frankfurter Börse notierte Linzer IT-Produkte-Vermarkter Quanmax will den maroden Wiener IT-Konzern S&T so rasch wie möglich in die Gewinnzone zurück bringen. Schwarze Zahlen sollen schon ab Jahresbeginn 2012 geschieben werden, sagt Quanmax-Aufsichtsratspräsiden Hannes Niederhauser, der den Vorstandsvorsitz bei S&T übernehmen wird.

Erst am Wochenende hatte Quanmax die gemeinsam mit der grosso Holding von Sanierer Erhard Grossnigg geplante Mehrheitsübernahme der S&T angekündigt. Rund 82 Prozent der Anteile sollen zu gleichen Teilen gehalten werden. 24 Millionen € sollen in das defizitäre Unternehmen (16,4 Millionen Verlust im ersten Halbjahr 2011) investiert werden.

Die neuen S&T-Haupteigentümer wollen acht Millionen junge Aktien gleich, weitere acht Millionen Stück in einem Jahr zeichnen. Ausgemacht ist, dass Grossnigg den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt, Quanmax die Stimmrechte ausübt und S&T in der Bilanz konsoliert. Das, sagt Niederhauser, bringe Quanmax dem mittelfristigen Ziel näher, in den TecDAX aufzusteigen.

In diesem Technologieindex der Frankfurter Börse sind die 30 nach Marktkapitalisierung und Handelsumsatz grössten deutschen Technologiewerte vereint. TecDAX-Mitglieder sind etwa die von Ex-Palmers-Chef Rudolf Humer kontrollierte Jenoptik und Kontron, ein Kleincomputerhersteller, der von Niederhauser mitgegründet und mehr als zehn Jahre lang als CEO geleitet wurde. Quanmax plus S&T, das mache mehr als 300 Millionen € Umsatz, damit käme man schon in TecDAX-Nähe, so Niederhauser.

Quanmax peilt heuer gut 100 Millionen € Umsatz an, S&T wird keine 300 Millionen € erlösen und damit halb so viel wie vor vier Jahren, als mit der Übernahme der Schweizter IMG der Osteuropa-Kurs verlassen wurde die Probleme ihren Anfang nahmen. IMG war mit Fremdkapital gekauft worden, das nie zurückverdient wurde.

“80 Millionen € Umsatz sind der verrottete Teil des Apfels. Etwa 200 Millionen € sind gesund. Die Osteuropageschäfte der S&T waren immer profitabel. Sie sind es auch heute. Wir werden mit unseren Sicherheitslösungen ein zweites Standbein hinzufügen”, skizziert Niederhauser seine Strategie. Auch die defizitäre S&T Österreich solle von der Zusammenarbeit mit Quanmax profitieren. Bei Verwaltungskosten (3,5 Millionen € im ersten Halbjahr) werde der Hebel angesetzt.

Niederhauser geht mit gutem Beispiel voran und verzichtet bei S&T auf CEO-Bezüge: “Ich werde verdienen, wenn die Quanmax-Aktie ordentlich steigt”.

Wirtschaftsblatt, 5.9.2011




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